Mein schwerer Lauf im Schlaubetal
Gestern war wieder einer meiner Lieblingsherbstläufe angesagt. Es war der 5. Schlaubetal-Marathon. Und ich war das 5. Mal dabei.Bereits am Freitag Abend fuhr ich nach Eisenhüttenstadt, um die Nacht vor Ort in meinem Bulli, und den Abend mit lieben Lauffreunden zu verbringen. Ich wurde auch mit großer Freude dort empfangen.
Nachdem Die Startnummern ausgegeben waren, sind wir dann gemeinsam zu unserem Lieblingsitaliener gefahren.
Es war ein schöner Abend. Und da gestern erst um 10 Uhr Start war, konnte ich mich auch ausschlafen. Dann gab es ein leckeres Frühstück im Bulli, und pünktlich um 10 Uhr wurde das 10 km Läuferfeld auf die Strecke geschickt. Kurze Zeit später erfolgte dann auch unser Marathon-Start.
Vor dem Start haben wir uns noch die Besenwagenhexe Beate für ein Foto gegriffen.
Und dann ging es los. Locker und leicht lief es vom Start weg für mich sehr gut. Ich konnte das schöne Wetter und die Natur so richtig genießen. Es machte wie immer Spaß, durch diese schöne Gegend zu laufen. Doch dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Exakt beim Einstieg in das wunderschöne Schlaubetal, ich war gerade mal 12 km gelaufen, da wurden meine Beine schwer. Nichts ging mehr. Ich hielt es für eine vorübergehende Schwäsche und drosselte mein Tempo. Aber der Zustand sollte anhalten. Von nun an lief ich mutterseelenallein durch den herbstlichen Wald. Ab und zu wurde ich von anderen Läufern überholt, und so quälte ich mich mit schweren Beinen, die einfach nicht mehr laufen wollten, über die Strecke. Ich kann noch nicht einmal sagen, das es mir schlecht ging. Es tat auch nichts weh. Es war einfach nur schwer. Die Schönheiten der Natur habe ich trotzdem wahrgenommen. Und ich habe den Lauf auch genossen. Bei den Verpflegungspunkten habe ich Pausen eingelegt und mich sehr nett mit den sehr freundlichen Helfern unterhalten. Leider hatte ich keine Kamera dabei.
Kurz vor Kilometer 27 wurde ich von Cathleen und ihrer Begleiterin überholt. Wir kennen uns aus dem Runners-World Forum. Sie war am Vorabend mit uns beim Italiener, und nun wunderte sie sich sehr, dass ich so langsam durch die Gegend schleiche.
Am Verpflegungspunkt haben wir dann noch ein wenig Spaß gehabt. Eine Gitarrenspielerin spielte für uns das Schlaubetal-Marathon-Lied. Wir haben mitgesungen, so gut es ging, und geschunkelt. Das war eine schöne Abwechslung, und ich konnt auf einmal wieder etwas besser laufen.
Es ging auf einem Radweg an der Straße entlang immer schön aufwärts. Vor diesem Berg haben die meisten Läufer Angst. Ich konnte hier nochmal den Turbodiesel schalten und den Anderen davon laufen.
Das änderte sich natürlich sehr schnell wieder, und am nächsten Verpflegungspunkt hatten mich dann Kathleen und ihre Begleiterin wieder eingeholt. Sie wollten mich dann mitnehmen, was ich aber dankend ablehnte. Ich wollte alleine leiden. Und ich hätte ihr Tempo auch nicht halten können. Und als Bremse eigne ich mich auch nicht so gut.
Auf der nun folgenden Straße liefen die Beiden vor mir und entfernten sich immer mehr. Ein wenig habe ich sie beneidet, weil sie zu zweit waren. Und dann verschwanden sie im Wald, während ich wieder meinen eigenen Gedanken nachhing.
So zogen sich dann die letzten Kilometer unendlich lang dahin. Es gab noch einige Überholungen und nette Gespräche an den Verpflegungspunkten. In Eisenhüttenstadt wollte ich dann auch noch einen Kilometer vor dem Ziel in die falsche Richtung laufen, wurde aber sofort von den aufmerksamen Streckenposten zurück gepfiffen, und dann hatte ich nur noch den Wunsch, schnell das Ziel zu erreichen. Und auf einmal liefen auch die Beine wieder.
Mein Zieleinlauf war gigantisch. Da ich das gesamte Veranstalterteam sehr gut kenne, machten sich hier natürlich alle Sorgen um mich. Ich wurde ja bereits eine Stunde früher erwartet. Als ich endlich auf der Zielgeraden zu sehen war, kam mir voller Freude Anett entgegen gelaufen, nahm mich in den Arm und lief mit mir gemeinsam in´s Ziel. das war so ein wunderschöner Moment. Den werde ich nie vergessen.
Im Ziel mit Kathrin und Anett.
Mein Coach und ewiger Fahrradbegleiter Steffen hat sich diesmal eine eigene Startnummer besorgt.
Damit ist er heute den Halbmarathon gewalkt. Das war auch eine starke Leistung.
Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Finish.
Danke liebe Anett, danke liebe Kathrin, danke liebe Bianka, danke liebe Beate
und danke an das ganze Team.
Ihr habt wieder großes geleistet.
Kathrin und Anett, die Macher des Laufes.
Beate, die die Besenwagenhexe war.
Auch auf den letzten Läufer wurde gewartet.
Hier mit Bianka, die Dritte im Bunde der Macher.
Und hier ist die Hexe, die den letzten Läufer bis ins Ziel begleitet hat.