Ein langer Lauf allein
4. Oktober 2008 , Geschrieben von Laufmauselke Veröffentlicht in #Berichte
- mental eine Katastrophe. Ich hatte einen tollen Plan. Hab mich richtig auf diesen Lauf gefreut. Wollte mit der Regionalbahn zum Bahnhof Zoo fahren, und von dort zurück laufen. Da wir diese herrliche Strecke schon mehrmals geradelt sind, ich mich aber nie so richtig mit der Streckenlänge beschäftigt habe, schätzte ich diese auf ca 30 km. So lang sollte auch heute der Morgenlauf werden, als letzter langer Lauf vor dem Schlaubetal-Marathon.
Ich startete meinen Lauf voller optimismus am Bahnhof Zoo, lief ein Stück durch den Tiergarten, um dann immer am Spree- bzw Havelufer in richtung Spandau zu laufen.
Es lief sich wundervoll, ich ließ mir viel Zeit und machte viele herrliche Fotos. Die Morgensonne strahlte vom Himmel und bot mir wundervolle Motive. Bereits nach 4 km erreichte ich den Schloßgarten des "Schloß Charlottenburg", und nach 8 km war schon der schöne Uferweg zu Ende. Spätestens hier wurde mir klar, das ich mich um mindestens 10 km verschätzt hatte. Radeln mit Pausen ist doch etwas anderes als laufen.
Es ging noch ca 4 km durch ein weniger schönes Gewerbegebit, und dann war ich bereits in Spandau. Dort drehte ich gleich die erste Zusatzrunde.
Und hier stand er auch schon hinter irgendeiner Hausecke. Der berühmte Hammerman. Er lauerte mir auf, begleitete mich von nun an, und versuchte mir das Laufen schwer zu machen.
Hinzu kamen die ständigen Überlegungen, wo ich noch eine Zusatzrunde laufen könnte, ohne es langweilig bzw. frustrierend zu finden.
So umrundete ich freiwillig 2 mal den Spektesee und einmal den Gaschichtspark. Auch mit meinen Gefühlen ging es auf und ab. Ständig horchte ich in mich hinein und spürte 1000 Wehwehchen. Aber wenn meine Gedanken woanders waren, lief alles glatt. Ich suchte immer wieder nach positiven Gedanken. Oft gelang es mir auch. Aber zum Schluß half das auch nicht mehr. Es tat wirklich weh, und ich wollte nur noch nach Hause.
Als ich nur noch 2 km vor mir hatte, fehlte immer noch 1 km um die 30 voll zu kriegen. Hier war nochmal die Chance zu einer kleinen Zusatzrunde, und ich nutzte sie.
Am Ende war ich wahnsinnig stolz, trotz der sehr harten mentalen Einbrüche, doch noch mein Ziel, die 30 km geschafft zu haben. Mein Garmin zeigte 30,30 km an. So einen harten, langen Trainingslauf hatte ich noch nie. Ich bin da verwöhnt. Mit Begleitung geht alles besser. Da merkt man manche Leiden gar nicht.
Es war trotzdem ein schöner Lauf.
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