Mein Rennsteiglauf 2013
Meine Entscheidung, in diesem Jahr (nur) den Marathon zu laufen, war genau die richtige. So konnte ich die Stimmung vor, und ganz besonders nach dem Lauf viel besser genießen.
Bereits am Freitag sind wir ganz entspannt nach Schmiedefeld gefahren, haben unsere Villa bezogen, und haben uns ab 18 Uhr in der „Linde“ versammelt, wo wir hervorragend bedient wurden und sehr leckeres Essen bekamen.
Nach einem gemütlichen Abend hieß es dann bald schlafen gehen.
Für mich klingelte um 5 Uhr der Wecker. Das war meine gewohnte Aufstehzeit. Also alles ganz entspannt im gewohnten Rahmen. Gemeinsam mit Detlef und Elke Kuhn bin ich dann um 6 Uhr zur Haltestelle der Shuttlebusse gewandert. Diese starteten pünktlich um 6:30 in Richtung Neuhaus.
Warten auf die Busse.
Pünktlich rollen die Busse an.
Ohne Worte :-)
Dort angekommen gingen wir in die warme Turnhalle und verbrachten dort die verbleibende Zeit bis zum Start. Hier trafen wir noch einige bekannte Lauffreunde. Es gab jedes Mal ein fröhliches Hallo und die Zeit verging dabei sehr schnell.
Hier herrscht schon reges Treiben.
Das ist Binchen aus Berlin.
Elke Kuhn, Detlef und ich ganz entspannt.
Knut ist auch wieder dabei.
Binchen und Anett aus dem Schlaubetal.
Esther und Hans-Dieter von den Streakrunern.
Eine halbe Stunde vor dem Start bewegten wir uns langsam in die Richtung, wo die LKW´s für die Abgabe der Kleiderbeutel standen. Bei der Gelegenheit suchten wir noch mal die Dixi-Hütten auf. Hier ging es auch ganz ruhig zu. Es war alles sehr entspannt, und das tat mir gut.
Kein Anstehen an den Dixis :-)
Unser Starttor, noch etwas verlassen.
Gemeinsam mit Detlef stand ich dann in dem gewaltigen Startblock, direkt neben der Bühne, wo noch einige Reden gehalten wurden. Dann wurde traditionell der Schneewalzer gesungen und fröhlich mit erhobenen Händen geschunkelt. Über uns kreiste der ADAC-Hubschrauber mit der Kamera, um dieses gewaltige Bild für immer festzuhalten, und dann ertönte endlich der Startschuss. Gesäumt von vielen jubelnden Zuschauern setzte sich das riesige Läuferfeld in Bewegung, und ich war mittendrin. Das ist jedes Mal ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ganz Neuhaus schien auf den Beinen zu sein und bejubelte unseren ersten Kilometer, der natürlich gleich steil bergauf ging. Detlef war sehr schnell meinen Augen entschwunden, und so ließ ich mich von der Masse treiben und fühlte mich dabei unendlich wohl. Es machte einfach Spaß, mit den vielen Gleichgesinnten durch den Thüringer Wald zu laufen.
Sogar der Wettergott meinte es gut mit uns. Meine dünne Regenjacke, die ich zur Vorsicht mitgenommen hatte, konnte ich schnell wieder ausziehen. Da der vorhergesagte Regen ausblieb, wurde sie auch nicht mehr gebraucht.
Zwischen Kilometer 17 und 18 passierte es dann. Irgendwie kam ich ins Stolpern. Der Sturz ließ sich nicht vermeiden. Instinktiv zog ich alle Gliedmaßen ein und rollte so gekonnt durch den Schlamm, das ich mir nicht mal weh getan habe. Ein freundlicher Läufer half mir sofort wieder auf die Beine und ich wurde mehrmals gefragt, ob alles in Ordnung sei. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend. Einfach schön.
Leider war ich nun von oben bis unten nass und schlammig und wurde dadurch kalt. So blieb es auch für den Rest des Laufes. Es konnte keine Wärme mehr in meine Muskeln kommen, so dass ich teilweise beim Bergablaufen mit Wadenkrämpfen zu tun hatte. Da wäre eine lange Laufhose die bessere Wahl gewesen.
Trotzdem konnte ich den ganzen Lauf genießen, und ich habe mich riesig gefreut, als ich nach 43,5 km und 04:40:27 h gesund das Ziel erreichte und endlich unter die warme Dusche konnte.
Schmutzig aber glücklich geht es zum Duschen.
Hier hilft nur noch die Waschmaschine.
Ich war froh, dass ich die Handschuhe an hatte. :-)
Ich habe auch deutlich gemerkt, dass mein regelmäßiges Krafttraining Früchte trägt. Ich konnte zum ersten Mal alle Berge spielend hoch laufen. Das war eine neue Erfahrung.
Auf dem Weg zur Unterkunft kam mir Elke Kuhn entgegen.
Tapfer ist sie den Zielberg hoch gelaufen. Alle Achtung!
Nachdem ich mich geduscht und erholt habe, bin ich mit Jeannette und Marianne wieder zum Ziel gegangen, um die uns bekannten Ultraläufer zu empfangen. Es war auch sehr schön, die große Freude und das Glücksgefühl bei allen Zieleinläufern zu erleben.
Petra und Wolfgang glücklich im Ziel.
Die wärmende Folie tut gut.
Renate von den Streakrunnern.
Marianne, Fritz und ich warten geduldig auf Monika.
Sie hat es auch geschafft. Die Freude sieht man ihr an.
Dann kam auch noch Team Hanka ins Ziel.
Der verrückte Stefan ist tatsächlich die ganze Strecke mit der Gitarre gelaufen. :-)
Und dann ging im Festzelt die Party los, wo wir unsere Muskeln beim Tanzen wieder aufgelockert haben.
Es war wieder ein sehr schönes Erlebniswochenende auf dem Rennsteig. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei. Und ich bleibe bei meiner Entscheidung. Ich laufe den Marathon und genieße die Stimmung davor und danach.