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Die Bieler Laufnacht 2010

14. Juni 2010 , Geschrieben von Laufmauselke

Am Freitag stand ich um 22 Uhr wieder an der Startlinie in Biel. Seltsamer Weise verspürte ich keine Aufregung, im Gegenteil, ich freute mich auf den Lauf Durch die Nacht.

Eine Stunde vor dem Start war ein Foritreffen mit den Streakrunnern geplant. Alle trafen pünktlich ein, so das wir noch Gelegenheit für ein schönes Gruppenfoto hatten.

Streakrunner vor dem Start

Dann verabschiedeten wir meinen Fahrradcoach Steffen, der ca 20 min vor dem Läuferfeld gemeinsam mit den vielen anderen Fahrradbegleitern starten musste. Erst nach 23 km, in der kleinen Ortschaft Lyss, durften die Fahrradbegleiter ihre Läufer erwarten und ab dort auch begleiten.

Dreamteam vor dem Start

Unsere kleine Streakrunnergruppe wanderte dann auch fröhlich schwatzend zum Start. Alle wünschten sich noch einmal Glück, und dann ging es auch schon los. Der Startschuss fiel pünktlich um 22 Uhr.

Die ersten 7 km liefen wir noch durch die Straßen von Biel, die von jubelnden Zuschauern bevölkert waren. Wie im Rausch lief ich an ihnen vorbei und freute mich auf die Einsamkeit der Nacht. Endlich war es soweit. Die Dunkelheit verschluckte uns, und man hörte nur noch das Trappel der Füsse der Läufer, die sich im Schein ihrer Stirnlampen durch die Felder schlängelten. Das laute Zirpsen der Grillen durchbrach die Stille, und ab und zu hörte man die Kuhglocken läuten. Ich hing meinen Gedanken nach und lief gleichmäßig meinen Lauf.

Schnell erreichte ich Aarberg, wo die Stimmung der Zuschauer ganz besonders brodelt. Dort sind immerhin schon 17 km geschafft. Von jetzt an freue ich mich auf den nächsten Ort. Dort werde ich Steffen treffen und er wird mich auf meinem weiteren Weg begleiten. Meine Gedanken wandern auch zu den Halbmarathonis, die in Lyss ihren Zieleinlauf haben werden. Wie wird es David und Holger ergangen sein? Später werde ich es erfahren.

Und ich laufe weiter, ohne Probleme, in fast gleichmäßigem Tempo, erreiche ich Steffen, der am Ortsausgang auf mich wartet.

km23, Elke kommt aus der Dunkelheit

Und nun geht es gemeinsam weiter durch die Nacht. Ich kann nicht viel berichten. Mein Lauf gestaltet sich gleichmäßig und sehr ruhig. Selten wechsel ich mit Steffen ein Wort, aus Angst, meinen Rythmus zu verlieren. Ich habe Angst, das es für Steffen zu ermüdend ist. Aber er hält tapfer durch.

Er berichtet mir, das ihm in Lyss die Fahrradkette gerissen ist. Man kann sich sicherlich vorstellen, wie ärgerlich das ist. Aber ihm wurde geholfen. Er hat tatsächlich mitten in der Nacht eine kleine Fahrradwerkstatt gefunden, wo ihm die Frau des Hauses (der Mann stand an der Laufstrecke) die Kette reparierte. Das verdient auch unseren höchsten Respekt.

Pünktlich vor Tagesanbruch erreichten wir Kirchberg.

Ein Lächeln geht noch

 

nun geht es aber weiter

Nun sind schon 55 km gelaufen, und hier beginnt der Emmendamm, auch Ho Chi Minh Pfad genannt, Dieser Weg ist für die Fahrradbegleiter unpassierbar. Deshalb hieß es nun wieder alleine durch die Nacht zu laufen. Ich bin jedes mal froh, wenn ich diesen Weg noch bei Dunkelheit erreiche. Das sind die schönsten 10 km, um das Erwachen des Tages zu erleben. So war es auch heute wieder. Für mich ist das Abenteuer pur. Ich laufe bei Dunkelheit hinein, höre das Zwitschern der erwachenden Vögel, das Plätschern des Wassers und viele undefinierbare Geräusche des Waldes.

Es ist eng, wurzelig und steinig, und man muss höllisch aufpassen. Und von Kilometer zu Kilometer wird es heller.

nach dem Emmendamm, km 67

Als ich bei Kilometer 67 Steffen wieder treffe, ist es bereits hell. Vor den nächsten Kilometern habe ich Angst. Ich weiss, Dass die Strasse von km 70 bis 76 für mich das schwerste Stück wird. Hier erlebte ich bisher bei jedem Lauf meinen Einbruch. Und so kam es auch heute. Die endlos lange Straße geht mir auf´s Gemüt. Ich möchte keinen Schritt mehr laufen. Mein Körper möchte mir den Dienst versagen. Er sagt, es ist genug. Er weiss natürlich auch, das bei km 76 die letzte Möglichkeit zum Aussteigen mit Zeitnahme besteht. Aber daran möchte man gar nicht denken.

Auch die längste Strasse hat einmal ein Ende. Ich kann nochmal Nahrung fassen und dann passiert es. Hinter der nächsten Ecke lauert der längste und steilste Berg des Laufes.

die Vernunft treibt es rein

Er zieht sich unendlich lang nach oben. Hier sehe ich niemanden mehr laufen. Also wird stramm gewandert. Dabei kann man sich wieder gut erholen.

Bei km 80 habe ich dann beschlossen, meine Schuhe zu wechseln.

wird es helfen

Eigentlich wäre es wohl nicht nötig gewesen. Ich hatte keine Probleme, aber der Kopf wollte es so.

Und dann ging es los. Irgendwie hat sich bei mir ein Turbo eingeschaltet. Ich begann wieder zu laufen, und es lief und lief und lief. Ich wollte gar nicht mehr aufhören.

km 90

Ich wollte nur noch ganz schnell das Ziel erreichen. Und so habe ich es versucht. Einfach laufen, habe ich mir gedacht. Laufen, solange es geht. Und es ging erstaunlich gut.

km 96

Ohne einen einzigen Hänger erreichte ich glücklich das Ziel, begleitet von Uwe, dem Hönower, der mich auf den letzten 3 km noch zu Höchstleistungen trieb. Er hat sich einfach nicht abhängen lassen.

km 99

Danke Uwe, wenn Du das liest. Die letzten 3 km mit Dir haben Spaß gemacht. Und Steffen hat sich auch gefreut, das er so schnell erlöst wurde.

gemeinsamer Zieleinlauf mit Uwe

Uwe und Elke mit Medaille

Danke auch Dir, lieber Steffen. Du warst wie immer ein guter Begleiter und Fotograf.

Und alle meine Streakrunnerfreunde (-innen) haben ebenfalls erfolgreich das Ziel erreicht und haben meinen vollsten Respekt.

Biel war wieder schön, ich komme auf jeden Fall wieder.

Mehr Bilder seht Ihr hier.

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S
<br /> Hallo liebe Elke,<br /> da hat die Laufmaus also wieder mal die 100 in Biel geschafft.<br /> Herzlichen Glückwunsch von Mutti und mir zu dem großen Lauf und die Bilder sind ja wieder Klasse, die muß ich mir aber öfter anschauen. Hoffentlich kann ich auch bald wieder laufen.<br /> Liebe Grüße<br /> Dein Stefan<br /> <br /> <br />
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P
<br /> Liebe Elke,<br /> dankeschön für deinen tollen Bericht! Ich bin in Gedanken mitgelaufen. Ich gratuliere dir ganz, ganz herzlich zu deinem tollen Erfolg. Du bist so unverwüstlich, schaffst einfach alles.<br /> Sei ganz lieb gegrüßt<br /> Petra<br /> <br /> <br />
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L
<br /> Danke nochmal Euch allen für die lieben Grüße.<br /> @Sepp, Du mußt das unbedingt mal in Dein Programm aufnehmen. Vielleicht 2012, da steht auch mein Wohni wieder dort.<br /> @Liebe Anett, es ist in der Tat schön, so einen treuen Freund zur Seite zu haben. Das motiviert unheimlich, wenn man denkt, es geht nichts mehr.<br /> Liebe Grüße<br /> Elke<br /> <br /> <br />
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A
<br /> Liebe Elke, ganz herzlichen Glückwunsch. Das ist der Wahnsinn, wie du zum Schluss noch mal den Turbo zünden konntest. Erhole dich gut und auch riesigen Respekt für deinen Coach. Das ist bestimmt<br /> unheimlich motivierend, so einen treuen Begleiter zu haben. Liebe Grüße von Anett<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Danke für Deinen Bericht Elke.<br /> Vielleicht sollte ich doch mal nach Biel.<br /> Bis bald mal wieder.<br /> <br /> <br />
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