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Laufen unter Tage

7. Dezember 2008 , Geschrieben von Laufmauselke

Am Freitag war es endlich soweit. Mit unseren beiden Iron-Männern Detlef und Wolfgang startete ich nach Feierabend in Richtung Sondershausen, um dort das für mich letzte große Laufereignis dieser Saison zu erleben. Detlef war unser Fahrer und Wolfgang hatte die Unterkunft gebucht. So konnte ich mich ganz entspannt dem Ereignis hingeben. Es war schön, sich einmal um nichts kümmern zu müssen.
Nachdem wir unsere Unterkunft, ein sehr schönes, kleines Ferienhaus bezogen hatten, wollten wir noch Essen gehen. Schließlich brauchten wir Kraft für das große Ereignis am nächsten Tag.
Es war bereits 20 Uhr. Aber wir hatten Glück. Am Sondershausener Marktplatz fanden wir ein gemütliches Restaurant mit einem sehr guten Speisenangebot und hervorragender Bedienung. So gingen wir dann gut gesättigt und zufrieden schlafen. Das Frühstück am nächsten Morgen wurde für uns auf Wunsch um 6.15 Uhr von unserer Vermieterin sehr liebevoll serviert und ließ keine Wünsche offen.
Um 7 Uhr fuhren wir dann los, um Unsere Startunterlagen in Empfang zu nehmen. Dann hieß es, zum Schacht zu fahren, und die Fahrt mit dem Förderkorb zum 700 m tief gelegenen Startplatz zu erleben. Da der offizielle Förderkorb zum Startort wegen Reparaturarbeiten gesperrt war, mußten wir noch ein Stück weiter fahren. Hierzu wurde vom Veranstalter ein Busshuttle eingerichtet. Diesen Bus verfolgten wir mit unserem PKW, so konnten wir uns nicht verfahren.
Schon das herunterfahren mit dem Förderkorb war ein erstes Abenteuer für mich. Unten angekommen wurden wir dann mit speziellen Fahrzeugen zum Startort gefahren. Es waren offene, Jeepähnliche LKW´s mit langen Sitzbänken, die ca 30 Leute transportieren konnten. Diese fuhren nun pausenlos durch die engen Stollen. Die fahrt kam uns sehr rasant vor. Später haben wir dann erfahren, das die Fahrzeuge nicht schneller als 40 km/h fahren können. Aufgrund der Enge der Stollen kam es uns sehr viel schneller vor.
Endlich am Startort angekommen hieß es dann nur noch Ruhe bewahren und sich langsam auf den Start vorbereiten. Überall waren Tische und Bänke aufgestellt, die sich nach und nach mit Läufern, Laufsachen und Zuschauern füllten.
Nun hatten wir noch sehr viel Zeit, uns auf den Start vorzubereiten. Ich habe mir erst eimal ganz in Ruhe alles angesehen. Es war gigantisch. Es gibt dort unten einen großen Konzertsaal, eine Bowlingbahn und andere Sehenswürdigkeiten. Auch gastronomische Einrichtungen waren vorhanden. Diese haben wir genutzt, um noch einige Becher Kaffe zu genießen.
Der Start sollte um 10 Uhr erfolgen, verzögerte sich aber weit nach hinten. Es war für den Veranstalter eine große Herausforderung, alle Teilnehmer und Ihre Begleiter rechtzeitig dort hin zu transportieren. Aber das störte niemanden. Eine Bergmannskapelle spielte zur Unterhaltung und es gab auch genug zu bestaumen.
Es machte auch Spaß, die vielen Läuferinnen und Läufer bei ihren Startvorbereitungen zu beobachten.
Ich hatte in meinen beiden erfahrenen Begleitern eine große Unterstützung. Sie konnten mir sehr viele nützliche Tipp´s geben, die ich auch alle sehr ernst nahm und beherzigte. So zum Beispiel der Hinweis, keine Wände zu berühren, und sich dann den Schweiß abzuwischen. Das könnte aufgrund des Salzgehaltes eine brennende Wirkung verursachen. Viel trinken und langsam laufen waren ebenfalls sehr nützliche Hinweise. Dies betonte auch der fleißige Spreche vor dem Start immer wieder.
Um 11.15 Uhr war es dann endlich soweit. Nun waren alle Teilnehmer Startbereit, und es wurde ein feierlicher Kaltstart zelebriert, um dann nach ca 400 m den entgültigen Start zu vollziehen.
Ich hatte einen wahnsinnigen Respekt vor der Strecke und startete deshalb sehr langsam und vorsichtig. Unser Plan war, die erste Runde gemeinsam zu laufen, um erst einmal zu testen. Aber schon das gelang mir nicht. Ich ließ die Männer ziehen und wollte nur noch meinen eigenen Lauf laufen.
Und es begann schrecklich. Schon kurz nach dem Start war mir klar, das ich das nur maximal 2 Runden durchhalte. Ich schwankte immer wieder hin und her, und dachte mindestens 10 mal an´s Aufgeben. Es war Wahnsin. Immer wieder waren lange Anstiege zu bewältigen, auf denen es mir fast unmöglich schien, zu laufen. Das wollte ich mir wirklich nicht 4 mal antun. So ging das immer wieder bis zu km 7. Und dann ging es auf den letzten ca 3 km fast nur noch bergab. Das war für mich sehr überraschend und auch erholsam.
Nachdem die erste Runde geschafft war, gab es für mich dann keinen Zweifel mehr. Das schaffe ich doch noch 3 mal. Nun kannte ich die Runde und versuchte mich durchzubeißen. Nach jeder Runde wurde man so euphorisch vom Sprecher und vom Publikum empfangen, woraus man auch wieder viel Kraft schöpfen konnte. Es war einfach gigantisch.
Auf der Strecke herrschte eine eigenartige Stille. Die Läufer wurden immer weniger und jeder hatte offensichtlich mit sich und seinem Kampf gegen die Herausforderung zu tun. Es gab keine Gespräche, und auf den beiden härtesten Anstiegen wurde grundsätzlich gegangen. Dort schaffte es niemand, zu laufen.
Es gab 4 Verpflegungpunkte im Abstand von 2,5 km. Ich sehnte jeden herbei und griff auch jedes mal zu. Für mich war es gut, jedes mal einen Becher Wasser zu trinken. Schließlich herrschten hier unten trockene Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. In den letzten beiden Runden griff ich dann auch zu Cola. Die Verpflegung war hervorragend. Neben ausreichenden Getränken, Wasser, Tee und Cola, Gab es Bananen, Apfelsinen und Trockenobst. Das viele Trinken war das aller wichtigste.
Während des Laufes mußte ich an die Laufberichte denken, die ich über diesen Lauf schon gelesen hatte. Es gab da auch einige Parallelen, aber keine negativen Gedanken.
Der Lauf gestaltete sich für mich wieder Erwarten ohne nennenswerte Probleme. Als ich nach 4:57:47 h die Ziellinie erreichte schossen mir spontan die Freudentränen ins Gesicht. Ich war unendlich stolz, diese wahnsinnige Herausforderung bewältigt zu haben.
Der Ergebnisausdruck wurde uns unmittelbar nach dem Zieleinlauf ausgehändigt. Hier konnte man dann sofort das Ergebnis sehen.
Meine Bilanz: Platz 2 in AK W50, Platz 6 aller Frauen. Es war gigantisch, und nun habe ich auch noch einen Salzpokal für den 2. Platz in meiner Sammlung.
Meine beiden Begleiter sind auch sehr gut durchgekommen. Wolfgang ist das 4. Mal dabei gewesen und mit 4:51:xx h persönliche Untertagesbestzeit gelaufen und Detlef hat sich in 5:08:xx h und einigen Muskeproblemen auch durchgebissen, Für ihn war es das zweite Mal..
Nach der Siegerehrung und einem kleinen Imbiss reihten wir uns dann in die Warteschlange ein, um irgendwann wieder aufwärts zu fahren, was natürlich auch noch einige Zeit in Anspruch nahm.
Um 19 Uhr waren wir dann endlich wieder oben. In der Unterkunft gab es erst einmal eine heiße Dusche und dann gingen wir zum Abendessen und Feiern in das schöne Restaurant vom Vorabend, wo wir sogar noch auf Plätze warten mußten.
Es war für mich ein unwahrscheinlich schönes, ganz besonderes Lauferlebnis.

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U
liebe elke,<br /> <br /> auch hier noch mal: toller bericht, der sehr anschaulich deine zweifel und gefühle am anfang schildern, aber eben auch die erfahrung, dass es besser wurde und alles gut endete.<br /> <br /> nochmal: herzlichen glückwunsch!<br /> <br /> uli
Antworten
A
Liebe Elke,<br /> herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung. Du bist wirklich grandios, aber dein lebendiger Bericht hat bei mir wieder einen großen Respekt vor dieser Strecke eingeflößt, denn dort wollte ich auch mal hin.<br /> <br /> Erhole dich gut. Liebe Grüße von Anett
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B
Meine liebe Elke,<br /> nochmals meinen herzlichsten Glückwunsch zu dieser topp Leistung. Nicht nur Dein Gatterich auch ich bin stolz auf Dich. <br /> Dein Bericht ist so toll und interessant geschrieben, dass ich mich jetzt schon auf unseren gemeinsamen Untertage-M bzw.HM-Start 2010 freue. Ich kann es wirklich kaum erwarten :o)<br /> Liebe Grüße<br /> DabF Bianka
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J
Gratulation, klingt doch richtig nach einem unvergeßlichen Lauf.<br /> <br /> Jörg
Antworten
P
Hallo meine liebe Laufmaus,<br /> wow - warst Du klasse! Du hast so toll gekämpft! Ich gratuliere Dir ganz ganz herzlich! <br /> Ich freu mich schon so auf unseren gemeinsamen Marathon... Es dauert nicht mehr lang.<br /> Viele liebe Grüße<br /> Petra
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