Niemand hatte die Absicht, 100 Meilen zu laufen
Da es uns nicht gelungen ist, in diesem Jahr ein eigenes Team auf die Beine zu stellen, habe ich mich gefreut, dass ich in einem Mecomeo-Team laufen durfte. Durch die Vermittlung von Nicole wurde ich hier integriert. Und ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Dank der hervorragenden Organisation und der liebevollen Betreuung von Ramona und Holger wurde es zu einem unvergesslich schönen Erlebnis. Die Zusammenstellung der Teams war optimal geregelt. Obwohl ich ausser Nicole niemanden kannte, haben wir uns sofort gut verstanden, und der faire, sportliche Umgang hat mir sehr gut gefallen. Es wurde niemand unter Druck gesetzt, und so hatten wir sehr viel Spaß miteinander.
Am Freitag Abend lernten wir uns bei der Pasta-Party und beim Briefing kennen. Wir konnten in aller Ruhe den Ablauf der Staffel besprechen, und so konnte es am Samstag los gehen.
Am Samstag starteten die Einzelläufer um 6:00 Uhr und die Teams um 7:00 Uhr. Unser Startläufer Carsten hatte sich für ca. 10:10 Uhr am ersten Wechsel nach 33 km in Hennigsdorf angekündigt.
Dort sollte ich in das Rennen einsteigen. Für mich hieß es, 37 km bis Sacrow zu laufen. Nach mir war dann Nicole an der Reihe. Da Nicole bei mir übernachtet hat, haben wir unseren Ablauf auch gemeinsam geplant. Wir haben beschlossen, uns gegenseitig mit dem Fahrrad zu begleiten.
Mit der Regionalbahn brauchten wir nur eine Station bis Hennigsdorf fahren. Vom Bahnhof war es nicht mehr weit zu laufen, um meinen Wechselpunkt zu erreichen.
Zeitgleich mit uns kamen auch Jana, Marianne und Maxi mit der S-Bahn aus Berlin in Hennigsdorf an. So liefen wir gemeinsam fröhlich schnatternd zum Ruderclub Hennigsdorf, um dort auf unsere Startläufer zu warten. Peter kam auch rechtzeitig angeradelt, um uns zu begleiten.
Es war eine schöne Stimmung in der Wechselzone. Man begrüßte sich fröhlich. Man hat viele Bekannte getroffen, man bewunderte die vorbeilaufenden Einzelläufer und man bereitete sich auf seinen eigenen Start vor. Ich beobachtete ständig mein Handy und wartete auf eine Nachricht von Carsten. Aber mein Handy blieb stumm.
Plötzlich stand er fröhlich lachend vor mir. Es war exakt 10:11 Uhr. Ich war so überrascht, das ich gar nicht begriffen habe, dass ich jetzt eigentlich los laufen müsste.
Aber dann setzte ich mich doch in Bewegung, und meine beiden Begleiter Nicole und Peter folgten mir. :-)
Ich konnte von Anfang an locker laufen und fand auch gleich ein angenehmes Tempo. Die Strecke von Hennigsdorf nach Sacro führt auf überwiegend schönen Ufer- und Waldwegen bis nach Falkensee, wo uns nach 18 km Hartmut erwaret. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Und weiter geht es durch Staaken vorbei am Fort Haneberg in Richtung Sacro. Nach ca. 30 km treffen wir am VP10 unsere Organisatoren Ramona und Holger.
Wir machen eine kurze Pause, und schon geht es weiter. Von hier ab wurde das Laufen für mich immer schwerer. Die Hitze nahm zu, und ich sehnte mir das Ziel herbei. Es waren immerhin noch 7,5 km zu laufen. Peter und Nicole blieben immer aufbauend an meiner Seite. Nicole machte noch schöne Fotos, bevor sie dann zum Wechselpunkt vorgefahren ist, um sich auf ihren Start vorzubereiten.
Irgendwann schickte ich dann auch Peter fort, um die letzten Kilometer alleine zu bewältigen. Nach 37 km war ich dann auch froh, dass ich das Ziel erreicht habe. Nun hatte Nicole 32 km vor sich.
Ich hatte etwas Zeit, mich zu stärken und mich ein wenig zu erholen. Aber all zu lange wollte ich mich hier nicht aufhalten. Nachdem ich mir trockene Sachen angezogen hatte, radelte ich los, um Nicole und Peter wieder einzuholen. Es ist erstaunlich, wie schnell ein Läufer voran kommt. Ich radelte wie verrückt, aber keine Nicole war zu sehen. Erst nach 10 km sah ich sie in der Ferne, und in diesem Moment begann es heftig zu regnen. So hatte ich auch gleich noch eine Dusche. Es war nur ein kurzer, aber heftiger Schauer. Nach 11 km hatte ich die Beiden dann endlich wieder eingeholt, und nun ging es wieder gemeinsam weiter.
Nicole lief wie ein Uhrwerk und ereichte auch planmäßig Ihren Wechselpunkt in Teltow. Mir hat es Spaß gemacht, sie auch noch radelnd zu begleiten.
Sie übergab den Zeitchip an Jürgen, der nun noch 58 km bis ins Ziel laufen durfte.
Hier trennte sich Peter von uns, und wir fuhren mit der S-Bahn und der Regionalbahn nach Hause, um uns zu duschen und uns ein wenig zu erholen, und dann zum Cantianstadion zu fahren, wo wir ab 00:00 Uhr gemeinsam mit Ramona und Holger unsere Schlussläufer erwarten wollten. Das klappte alles hervorragend,
Unsere Schlußläufer erreichten fasf Zeitgleich das Ziel. Wir waren alle mit unseren Leistungen und Ergebnissen hoch zufrieden.
Um ca. 3:00 Uhr lagen Nicole und ich dann endlich im Bett, um uns ein wenig auszuschlafen.
Zur Siegerehrung im Hotel Ramadan haben wir uns dann heute noch einmal alle getroffen.
Danke nochmal Euch allen für dieses Wunderschöne Teamerlebnis. Im nächsten Jahr bin ich sehr gerne wieder dabei.
